[..] Eine angenehm quirlige Atmosphäre herrscht kurz vor dem Auftritt von Jacques Bono, dem gebürtigen Franzosen und Wahlbayer, der für seine Übersetzungen klassischer Cello-Musik auf dem E-Bass berühmt ist und mittlerweile solo ganze Konzertsäle füllt.
"Da isser!", ruft einer begeistert. "Huh", jauchzt es aus den klatschenden Reihen.
Bono zupft die Saiten seines roten Status-Bass' mit flinken Fingern, versunken in seinem Tun, einsam auf der großen Bühne. Spielt seine Läufe, wischt mal mit der ganzen Hand, scratcht mit den Fingernägeln über die Saiten und erzeugt damit gekonnt allerlei Effekte. Gibt eine sensationelle Vorstellung dessen, was auf dem Viersaiter möglich ist. Mit ganzem Körpereinsatz übersetzt er Emotionen, von verzweifelter über kontrollierte bis hin zu explodierender Wut. Legt den Bass auf den Schoß und trommelt mit flachen Händen, mit dem Ellbogen auf dem Stimmkörper, lässt so eine ganze Rhythmusfraktion erklingen. Aus Bach-Suiten fürs Cello macht er auf seinem Bass einen "Headbanger's Bach", holt sechs Jungs aus dem InSound-Team nach vorne, die moschend den Rock in klassischer Musik demonstrieren – Chef Jörg animiert er gar zum Stage Diving. "Wahnsinn!", raunt es anschließend anerkennend in den Reihen.
(Kieler Nachrichten 8. August 2006)
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